Riester- oder Rürup-Rente im Vergleich: Welche ist die bessere Altersvorsorge?

Mit der Rürup-Rente und der Riester-Rente sind Sie bei der Absicherung Ihres Lebensabends nicht auf sich allein gestellt. Denn der Staat greift Ihnen dabei unter die Arme. Dabei unterscheidet sich allerdings die Form der Förderung. Welche der beiden privaten Altersvorsorgeformen passt daher besser zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem finanziellen Spielraum?

Das Wichtigste in Kürze

Sie werden sowohl bei der Riester-Rente als auch bei der Rürup-Rente beim Aufbau Ihrer privaten Altersvorsorge vom Staat unterstützt.

Dabei unterscheiden sich die beiden Vorsorgeformen vor allem bei der Art der Förderung und der Auszahlungsform Ihres angesparten Rentenpolsters.

Mithilfe einiger Fragen stellen Sie schnell fest, ob eher eine Riester-Rente oder eine Rürup-Rente zu Ihnen passt.

Wo sich Riester- und Rürup-Rente bei der Förderung unterscheiden

Beim Vergleich von Riester- und Rürup-Rente fällt vor allem auf, dass sich die Form der staatlichen Unterstützung unterscheidet. Bei beiden können die eingezahlten Beiträge zwar steuerlich geltend gemacht werden. Bei der Riester-Rente ist dies jedoch eher ein Nebeneffekt. Primär profitieren Sparer von jährlichen Zulagen für sich (175 Euro) und ihre Kinder (bis zu 300 Euro).

Bei der Rürup-Rente funktioniert die Förderung dagegen ausschließlich über den Steuervorteil. Sie können hier bis zu 23.712 Euro absetzen, wovon das Finanzamt 86 Prozent berücksichtigt (Stand 2018). Bei der Riester-Rente sind es dagegen nur 2.100 Euro im Jahr. Die Rürup-Rente richtet sich daher primär an Gutverdiener, während die Riester-Rente Familien und Geringverdiener anspricht.

Weitere Unterschiede im Vergleich

Förderkreis:

Selbstständige und Freiberufler können in der Regel keine Riester-Rente abschließen. Bei der Rürup-Rente gibt es keine Einschränkungen.

Mindestbeitrag:

Entscheiden Sie sich für die Riester-Rente, müssen jährlich mindestens vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens abzüglich der Zulagen in den Vertrag fließen, damit Sie Anspruch auf die volle Förderung haben. Ihr Beitrag muss jedoch mindestens 60 Euro im Jahr betragen. Bei der Rürup-Rente können Sie den Betrag in der Regel frei festlegen. Je mehr Sie einzahlen, desto besser schöpfen Sie den Steuervorteil aus.

Auszahlung:

Die Rürup-Rente erhalten Sie ausschließlich als lebenslange monatliche Rente. Bei der Riester-Rente können Sie sich zu Rentenbeginn auch für eine Auszahlung von bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals entscheiden.

Flexibilität:

Sie können Ihre Rürup-Beiträge flexibel an Ihre Einkommenssituation anpassen. Auch bei der Riester-Rente ist dies zwar möglich. Senken Sie jedoch Ihre Einzahlungen und erfüllen somit nicht mehr die Voraussetzung für die volle Förderung, passt der Staat die Höhe der Zulage nach unten an.

Rürup-Rente oder Riester-Rente?

Mit einigen Fragen können Sie herausfinden, welche der beiden Altersvorsorgesorgen zu Ihnen passt:

Bin ich selbstständig tätig?Habe ich kindergeldberichtigte Kinder?
Habe ich ein hohes Einkommen?Möchte ich zu Rentenbeginn eine größere Summe Geld zur Verfügung haben?
Habe ich ein hohes Einkommen?Planen Sie den Erwerb eines Eigenheims?
Wollen Sie indirekt staatlich unterstützt werden, indem Sie Steuerrückzahlungen in Ihre Altersvorsorge investieren?Wollen Sie unmittelbar staatlich unterstützt werden, indem Förderungen direkt in Ihren Vertrag fließen?
Ja zur Rürup-RenteJa zur Riester-Rente

Tipp:

Achten Sie darauf, sich bei der Wahl Ihrer privaten Altersvorsorge von einem Versicherungsexperten unterstützen zu lassen. Dieser ist nicht nur mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen einer bestimmten Vorsorgestrategie vertraut, sondern kennt sich auch mit Stolperfallen und empfehlenswerten Anbietern aus. Egal ob Rürup-Rente oder Riester-Rente: Ihre Ruhestandsplanung ist bei ihm in guten Händen.