Riester- oder Rürup-Rente: Welche ist die bessere Altersvorsorge für mich?

Die Riester- und auch die Rürup-Rente gehören zu den staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Förderung und Auszahlung als auch bei den Zugangsvoraussetzungen. Verbraucher, die in den Genuss beider Produkte kommen können, sollten stets abwägen, welche Variante für sie passender ist. Dazu gehört auch, die verschiedenen Nachteile der Angebote gegeneinander abzuwägen. Wir von ruerup-rente.net wollen heute die wichtigsten Unterschiede der staatlichen Förderung als auch der Vor- und Nachteile der Riester- und Rürup-Rente herausstellen.

Die Fördermöglichkeiten der Riester- und Rürup-Rente

Die Riester- und Rürup-Rente unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der staatlichen Förderung. Die Riester Rente wird mit Zulagen gefördert, die Rürup-Rente mit Steuervorteilen in der Ansparphase. Dabei können bereits 2017 84 Prozent der Beiträge zur Rürup-Rente bis zur Förderhöchstgrenze abgesetzt werden. Die Förderhöchstgrenze liegt bei 23.362 Euro für Ledige und 46.724 Euro für Ehepaare pro Jahr. Die Riester Rente punktet mit Grundzulage, Kinderzulage und ggfs. Berufseinsteigerbonus. Aber auch hier können Verbraucher Steuervorteile erhalten. Das Finanzamt prüft in der Günstigerprüfung welche Fördermaßnahme – Zulagen oder Steuervorteile – für den Riester Sparer sinnvoller ist.

Die Riester-Rente hingegen wird durch staatliche Zulagen gefördert. Hier werden die Grundzulage von 154 Euro, die Kinderzulage von 185 Euro bzw. 300 Euro sowie der einmalige Berufseinsteigerbonus von 200 Euro unterschieden. Auch Steuervorteile kann der Sparer erhalten. Hier wird vom Finanzamt die so genannte Günstigerprüfung durchgeführt. Es wird also geschaut, welche Fördermöglichkeit für den Verbraucher sinnvoller und günstiger ist.

Nicht nur bei der Art der staatlichen Förderung gibt es zwischen Riester- und Rürup-Rente Unterschiede, sondern auch bei den Zugangsvoraussetzungen. Die Rürup-Rente kann jeder abschließen. Die Beiträge müssen dazu nur in der Einkommensteuererklärung angegeben werden - schon winken Steuervorteile. Die Riester-Rente hingegen kann nur von Personen abgeschlossen werden, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind oder deren Ehepartner in den Genuss der Förderung kommen.

Vor- und Nachteile: Riester- und Rürup-Rente gegenübergestellt

Die Vorteile beider Vorsorgeprodukte liegen auf der Hand: Die staatliche Förderung. Daneben zeigt sich vor allem die Rürup-Rente als sehr flexibel. Denn es gibt – anders als bei der Riester Rente – keinen Mindesteigenbetrag um die Förderung zu erhalten. Bei der Riester Rente berechnet sich außerdem der Beitrag nach dem Vorjahresbruttoeinkommen. In die Rürup-Rente kann der Verbraucher das Geld einzahlen, welches er übrig hat.

Nachteil der Rürup-Rente ist, dass der Vertrag nicht mehr gekündigt werden kann. Es besteht ebenso kein Anspruch auf Rückkauf. Ausgezahlt wird die Rürup-Rente als lebenslange Rente. Bei der Riester-Rente kann der Sparer auch eine Kapitalauszahlung wählen. Mehr über die Vor- und Nachteile der Rürup-Rente lesen.

Vorteile der Rürup-Rente auf einem Blick:Nachteile der Rürup-Rente auf einem Blick:
Es gibt keinen Mindesteigenbetrag.Die Rürup Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. In der Rentenphase müssen also Steuern auf die Leistungen gezahlt werden.
Die Zahlungen können flexibel, auch Sonder- und Zuzahlungen sind möglich, vorgenommen werden.Es ist keine Kündigung des Vertrags möglich.
Hohe Steuervorteile in der Ansparphase.Bei Tod des Versicherungsnehmers fällt das Kapital der Versichertengemeinschaft zugute.
Das Kapital ist pfändungs- und insolvenzgeschützt und wird nicht bei der Berechnung von Hartz IV berücksichtigt.

Auch bei der Riester-Rente gibt es gegenüber der Rürup-Rente verschiedene Vor- und Nachteile zu beachten.

Vorteile der Riester-Rente auf einem Blick:Nachteile der Riester-Rente auf einem Blick:
Staatliche Förderung durch Zulagen.Auch die Riester Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung.
Das Kapital ist vor Privatinsolvenz geschützt und wird bei der Berechnung von Hartz IV nicht berücksichtigt.Verbraucherschützer warnen vor intransparenten und komplexen Verträgen.
Hohe Steuervorteile in der Ansparphase.Hohe Kosten für Abschluss- und Verwaltung.
Für die Auszahlungsphase sind Beiträge samt Zulagen garantiert.Die Vererbbarkeit des Vertrags ist eingeschränkt. Das Kapital kann nur auf den Vertrag des Ehepartners übertragen werden.

Fazit zu den staatlichen Vorsorgemöglichkeiten

Die Rürup- und die Riester-Rente unterscheiden sich nicht nur in der Förderung, sondern auch bei den Vor- und Nachteilen. Dabei spielt bei der Rürup-Rente das Einkommen des Sparers keine Rolle. Bei der Riester-Rente hingegen profitieren dafür kinderreiche Sparer. Welches Produkt für die eigenen Bedürfnisse am sinnvollsten ist, lässt sich durch eine unabhängige Beratung herausfinden.

Dabei sollten Verbraucher sich folgende Fragen stellen:

  • Ist mir Flexibilität wichtig? – Ja zur Rürup-Rente
  • Ist mir bei Rentenbeginn eine Kapitalentnahme wichtig? – Ja zur Riester Rente
  • Möchte ich Hinterbliebene absichern? – Ja zur Riester- und Rürup-Rente
  • Habe ich kindergeldberechtigte Kinder? – Ja zur Riester Rente
  • Habe ich ein hohes Einkommen? – Ja zur Rürup-Rente

Diese Fragen dienen nur zur Orientierung. Natürlich spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Daneben ist es natürlich auch wichtig den richtigen Tarif zu wählen – fondsgebunden oder klassisch. Da es sich bei der privaten Altersvorsorge um ein wichtiges und vor allem langwieriges Thema handelt, sollte ein Abschluss gut durchdacht werden.