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Interview
Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal Gründer von N26

Viele Arten von Altersvorsorge sind möglich

Die Gründer von N26 sind von Haus aus Finanzprofis. Dieses Wissen konnten sie für ihr eigenes Unternehmen gleich mehrfach nutzen. Die Gründer der Bank-App behalten ihr geballtes Wissen jedoch nicht allein für sich: Hier erzählen sie, wie der Gründernachwuchs mit seinen Finanzen gut haushaltet – jetzt und in Zukunft.

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Sie sind bereits erfahrene Gründer. Welche wichtigsten Tipps möchten Sie gern mit weiteren Gründern und Selbstständigen teilen?

Valentin Stalf: Das wichtigste ist, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und mit dessen Feedback die eigene Idee weiter zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist es, so schnell wie möglich ein echtes Produkt auf den Markt zu bringen und schnellstmöglich Kundenfeedback zu bekommen. Das – gepaart mit vollem Fokus und viel Arbeit – ist sicher ein guter weg.

Wann haben Sie sich dazu entschieden, selbstständig tätig zu sein?

Valentin Stalf: Ich habe wie viele andere eine klassische Ausbildung in Accounting und Finance unter anderem in St. Gallen absolviert. Darüber hinaus habe ich verschiedene Praktika im Investmentbanking und in der Beratung gemacht. Für mich war jedoch relativ schnell klar, dass ich direkt Einfluss auf das Geschäft nehmen und etwas verändern wollte. Das wäre mir in einer klassischen Konzernwelt nicht möglich gewesen. Ein eigenes Unternehmen zu gründen bedeutet viel Verantwortung und Freiräume, genau das habe ich gesucht und mich dann gemeinsam mit meinem Co-Gründer selbstständig gemacht. Sicher eine der besten Entscheidungen in meiner beruflichen Laufbahn.

Wie viel Prozent Ihres Einkommens legen Sie in etwa für Ihre Zeit als Senior auf die Seite?

Valentin Stalf: Ich bin voll in N26 investiert, da viel Geld auf die Seite legen meiner Ansicht nach heute nicht funktioniert.

Was halten Sie als Gründer von der Rürup-Rente?

Valentin Stalf: Es ist sicher gut, dass es in Deutschland ein Modell für die private Altersvorsorge gibt, das auf die Bedürfnisse von Freiberuflern und Selbstständigen zugeschnitten ist. In Anbetracht dessen, dass es sich hier auch um ein Versicherungsprodukt handelt und die gesamte Finanzindustrie mit dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld kämpft, sollte man die Kosten und den Nutzen unbedingt abwägen. Vorsicht ist meiner Meinung nach bei fondsbasierten Varianten geboten, bei der die Einlagen nicht geschützt sind.

Wenn Sie sich an Ihren Gründungsprozess erinnern: Würden Sie etwas rückgängig machen wollen?

Valentin Stalf: Es gibt sicher das eine oder andere Thema, das wir heute anders angehen würden. Im Großen und Ganzen bin ich jedoch sehr zufrieden. Denn auch von Zeiten, in denen wir Anfangsschwierigkeiten überwinden mussten, haben wir sehr viel gelernt – und dafür bin ich persönlich sehr dankbar.

Einen konkreten Punkt würde ich jedoch anders machen: Ich würde schon in der frühen Anfangsphase Kunden mit einbeziehen und nach ihrer Meinung fragen, um schneller valide Rückmeldungen von ihnen zu bekommen.

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