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Interview
Verena Hubertz und Mengting Gao Gründerinnen von Kitchen Stories

Tipps aus der Praxis für zukünftige Unternehmerinnen

 

Verena Hubertz und Mengting Gao haben ihre Gründungsidee bereits während ihres gemeinsamen Studiums entwickelt. Sie haben ihre Leidenschaft für gutes Essen zum Geschäftsmodell gemacht und Kitchen Stories ins Leben gerufen. Dort können sich Kochprofis in Videos von tollen Ideen inspirieren lassen und angehende Hobbyköche an Step-by-Step Anleitungen entlanghangeln. Das Duo gibt hier wertvolle Tipps an den weiblichen Gründernachwuchs weiter, wie sie sich optimal auf ihre eigene Firmengründung vorbereiten.

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Wann haben Sie sich dazu entschieden, selbstständig tätig zu sein?

Verena Hubertz: Meine Entscheidung, selbstständig arbeiten zu wollen, ist durch verschiedene Faktoren entstanden. Es schwirrte während meines Masterstudiums an der Otto Beisheim School of Management (WHU) eine Art Gründerspirit über den Campus. Es gab dort jede Menge Lehrveranstaltungen und Möglichkeiten, sich über eine Unternehmensgründung Gedanken zu machen. In dieser Zeit hatte ich bereits viele Praktika in großen Firmen absolviert und wusste, dass ich so langfristig nicht arbeiten möchte. Als ich dann meine Co-Gründerin Mengting Gao kennenlernte, die unbedingt gründen wollte, war der Grundstein gesetzt.

Die Idee zu Kitchen Stories kam durch unsere gemeinsame Leidenschaft für gutes Essen zustande. Wir wollten gern selbst tolle Gerichte zaubern, aber aus den vorhandenen Online-Rezeptseiten wurden wir nicht immer schlau. Dort fehlten genaue Anleitungen zu den Rezepten und es gab keine Mengenrechner. Dann dachten wir, dass wir das besser können, und haben 2013 Kitchen Stories gegründet.

Sie sind bereits erfahrene Gründerinnen. Welchen wichtigen Tipp möchten Sie gern mit weiteren Gründerinnen und Gründern teilen?

Verena Hubertz: Mein wichtigster Rat an alle Nachwuchsgründer da draußen: Sprecht über Eure Ideen mit so vielen verschiedenen Menschen wie Ihr könnt. Sie werden Euch tollen Input geben, Fragen stellen, Euren Ideenhorizont erweitern und auf Probleme aufmerksam machen. Bei all den positiven Effekten werdet Ihr jedoch höchstwahrscheinlich auf eine Menge skeptische Blicke und Zweifler stoßen.

Mein erster Tipp: Das sollte Euch nicht davon abbringen, eine Gründungsidee umzusetzen, an die Ihr wirklich glaubt. Denn es wird immer den Moment geben, an dem Ihr denkt: „Das gibt es schon“ oder „Das braucht man nicht“. Haut Euch die Idee im Kern aber immer noch vom Hocker, solltet Ihr unbedingt weitermachen.

Mein zweiter Tipp: Bringt Durchhaltevermögen mit. Es wird schwierige und tolle Zeiten geben. Damit müsst Ihr als Gründer klarkommen.

Mein dritter Tipp: Sammelt so viel Start-Up-Erfahrung wie möglich. Versucht die Arbeitsweise und das Denken in kleinen Unternehmen, die durch die Decke schießen wollen, zu verstehen. Erprobt Euch dort während Praktika und stellt Fragen, Fragen, Fragen.

Was halten Sie als Gründerinnen von der Rürup-Rente?

Verena Hubertz: Das ganze Thema Altersvorsorge wurde bei uns wichtig, als einer unserer Mitarbeiter uns nach einer betrieblichen Altersvorsorge gefragt hat. Wir mussten uns erst einmal schlau machen, wie das genau funktioniert. Im gleichen Atemzug haben wir uns dann auch mit unserem eigenen Rentenaufbau beschäftigt. Die Rürup-Rente spielte bei uns aber keine Rolle. Das hat einen einfachen Grund: Wir haben mehrere Finanzierungen über Venture Capital bekommen. Dadurch hat sich die juristische Rolle meiner Mitgründerin und mir geändert. Wir sind zu Geschäftsführenden Gesellschaftern unserer eigenen Firma geworden und waren somit offiziell nicht mehr selbstständig, sondern Angestellte. Das ist in größeren Start-Ups ein üblicher Prozess. Die Vorteile der Rürup-Rente sind deshalb für uns nicht mehr zum Tragen gekommen. Wir haben hingegen beide eine betriebliche Altersvorsorge.

Welche Fehler sollten Gründerinnen bei oder nach Ihrer Unternehmensgründung in Bezug auf ihre Altersvorsorge vermeiden??

Verena Hubertz: Der größte Fehler ist wohl, sich gar nicht zu kümmern. Doch die ersten zwei bis drei Jahre spielt die Altersvorsorge beim Gründen wirklich keine Rolle. Darüber sollte sich der sicherheitsbewusste Nachwuchs im Klaren sein. Denn Geld ist am Anfang immer zu knapp und die Gründung insgesamt ein finanzielles Risiko. Steht das Unternehmen – das war bei uns ungefähr im dritten Jahr – auf einem stabilen Fundament, sollten sich Gründer über ihr Gehalt und ihre spätere Rente Gedanken machen.

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