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Interview
Dr. Anike von Gagern und Dr. Kathrin Weiß Gründerinnen von tausendkind

Tipps für den Gründerinnennachwuchs

Dr. Anike von Gagern und Dr. Kathrin Weiß haben tausendkind gemeinsam gegründet. Sie geben interessierten Nachwuchstalenten wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie sie von der Finanzierung ihrer Gründung bis ins Rentenalter alles richtig machen.

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Wann haben Sie sich dazu entschieden, selbstständig tätig zu sein?

Dr. Anike von Gagern: Meine Mitgründerin Dr. Kathrin Weiß hatte die Idee zu tausendkind schon lange bevor wir sie gemeinsam umgesetzt haben. Sie hat damals als Unternehmensberaterin in Vollzeit gearbeitet und neben dem Beruf schon einige Vorarbeit geleistet. Es war ihr schnell klar, dass tausendkind ein zu großes und zeitaufwendiges Projekt wird, und dass es mehr Spaß machen würde, die Idee in einem Team umzusetzen. Im Frühjahr 2010 habe ich dann bei einem Kaffee eingeworfen, dass ich das Unternehmen zusammen mit ihr auf die Beine stellen könnte – und schon war unser Gründerteam geboren.

Sie sind bereits erfahrene Gründerinnen. Welche wichtigen Tipps möchten Sie gern mit weiteren Gründerinnen und Gründern teilen?

Dr. Anike von Gagern: Ich habe drei Tipps, die ich Nachwuchsgründern gern mit auf den Weg geben würde – zu den Bereichen Team, Idee und Finanzierung.

  1. Ich würde jedem Gründer raten, sich einen Mitgründer zu suchen, mit dem man durch dick und dünn gehen will. Wir profitierten enorm davon, dass wir unsere Ideen gegenseitig kritisch hinterfragt haben, Schwachstellen erkannt und verbessert haben sowie Erfolge miteinander feiern (und Misserfolge gemeinsam verarbeiten) konnten. Und wenn es daran geht, Leute einzustellen, würde ich immer neugierige Menschen wählen, die wachsen wollen, offen für Feedback sind sowie Lust und Elan am Aufbau der Idee mitbringen. Am Anfang einer Gründung werden oft provisorische Lösungen gefunden und dann beibehalten. Optimale Lösungen für Prozesse findet man aber nur, wenn das gesamte Team seine Prozesse kontinuierlich hinterfragt.
  2. Ich würde eine tolle Idee nicht bis ins letzte Detail durchdenken, bevor ich mit der Umsetzung loslege, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Auf dem Weg zur finalen Idee verschärfen sich der Blick und der Fokus ohnehin. Darüber hinaus sollte man das eigene Netzwerk nutzen, um die Gründungsidee gründlich zu hinterfragen, damit Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge berücksichtigt werden können.
  3. Wenn es an die Finanzierung der Idee geht, sollten Gründer zum einen mit circa sechs Monaten Zeit bis zur ersten Finanzierungsrunde rechnen und zum anderen keine Angst vor zu großen Summen haben. Am Anfang sind Gründer meist zu optimistisch und brauchen am Ende doch mehr Geld als vermutet.

Was halten Sie als Gründerinnen von der Rürup-Rente?

Dr. Anike von Gagern: Ich finde die Rürup-Rene super, und ich profitiere seit etlichen Jahren von den Steuervorteilen. Das ist für mich eine wichtige Ergänzung zu meiner gesetzlichen Rentenversicherung.

Sie sind auch gesetzlich versichert?

Dr. Anike von Gagern: Wir sind von unserer Firma angestellt. Deshalb zahle ich wie jeder Angestellte ganz normal in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die monatliche Rente, die mir auf den jährlichen Bescheiden vorausgesagt wird, finde ich jedoch ziemlich erschreckend.

Welche Fehler sollten Gründerinnen bei oder nach ihrer Unternehmensgründung in Bezug auf ihre Altersvorsorge vermeiden?

Dr. Anike von Gagern: Ich würde so schnell wie möglich anfangen, mir eine private Rente aufzubauen – egal wie klein der Betrag ist, den man gerade zu Anfang einer Gründung übrig hat. Wichtig ist nur, dass man in der ganzen Gründerhektik nicht aus den Augen verliert, dass man irgendwann auch mal nicht mehr arbeitet und auch dann noch gut leben möchte.

Wenn Sie sich an Ihren Gründungsprozess erinnern: Würden Sie etwas rückgängig machen wollen?

Dr. Anike von Gagern: Nein, rückgängig nicht, aber in Nuancen anders. Wir haben besonders gute Erfahrung mit Investoren gemacht, die unser Geschäft kennen - würde ich heute noch einmal gründen, würde ich das bei der Investorenwahl stärker berücksichtigen.

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