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Interview
Angela Schmidt Gründerin von Die Notfallmamas

Mit guter Organisation ist das kein Problem

Gründen mit Kind geht besser als viele denken, weiß Angela Schmidt von Die Notfallmamas. Sie verrät im Interview, wie sie ihre Gründung mit Kind gemeistert hat und gibt tolle Tipps für Väter und Mütter, die Lust haben, ihr eigener Chef zu werden.

Sie sind eine erfahrene Gründerin und Mutter. Welchen wichtigen Tipp möchten Sie gern mit weiteren Gründer*innen und Selbstständigen teilen, die selbst Eltern sind?

Angela Schmidt: Ich habe die Notfallmamas gegründet, nachdem ich selbst Mutter geworden bin. Also habe ich aus erster Hand die Erfahrung gemacht, wie es ist, parallel zur elterlichen Verantwortung ein Unternehmen auf die Beine zu stellen. Was mir persönlich dabei enorm geholfen hat, ist, dass mein Mann mir beim gesamten Gründungsprozess und auch danach immer den Rücken gestärkt hat. Das hat sich zum einen in emotionaler Unterstützung ausgedrückt, indem er mir immer wieder Mut gemacht hat, auch schwierige Phasen durchzustehen. Zum anderen war er ganz klar eine finanzielle Stütze, denn durch ihn hatten wir immer ein regelmäßiges Familieneinkommen und waren während der ersten Gründungsjahre nicht auf meinen Beitrag angewiesen. Die Kinderbetreuung haben wir ganz klassisch mit Kinderkrippe organisiert.

Als Tipp möchte ich Nachwuchsgründern mit Kind(ern) mit auf den Weg geben, dass ein finanzielles Sicherheitsnetz zwar einiges an Stress erspart, aber nicht zwingend notwendig ist. Mit einer tollen Idee, jeder Menge Lust am Gründen und einem wirklich gut ausgearbeiteten Businessplan kann man meist schon im Vorhinein sehr genau erkennen, ob beziehungsweise ab wann ein Unternehmen profitabel ist und ob es auch für die eigene Rentenplanung taugt.

Was halten Sie als Gründerin von der Rürup-Rente?

Angela Schmidt: Ich bin relativ spät Mutter geworden und habe mich auch verhältnismäßig spät selbstständig gemacht. Mit meinen jetzt über 50 Jahren hat sich die Rürup-Rente für mich nicht mehr gelohnt. Weil mir dies ziemlich schnell klar war, habe ich mich nicht genauer mit ihr beschäftigt. Ich finde es aber grundsätzlich gut, dass es Altersvorsorgemöglichkeiten speziell für Selbstständige gibt.

Da ich lange angestellt war und somit natürlich immer in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt habe, habe ich mich letztlich dazu entschlossen, einfach weiter auf den gesetzlichen Rentenaufbau zu setzen.

Welche Fehler sollten Gründer*innen bei oder nach Ihrer Unternehmensgründung in Bezug auf ihre Altersvorsorge vermeiden?

Angela Schmidt: Der größte Fehler, den Gründerinnen und Gründer mit Kind machen können, ist sich gar nicht um ihren Rentenaufbau zu kümmern. Denn das ist als Selbstständige ein wirkliches No-Go. Die meisten Selbstständigen haben ja nur das Geld im Alter zur Verfügung, das sie selbst für sich angespart haben – also muss dieser Kostenpunkt nach der erfolgreichen Gründungsphase unbedingt mitgedacht werden.

In den ersten drei bis fünf Jahren haben Gründer zwar in der Regel weder Zeit noch Geld, um sich mit ihrem Rentenaufbau zu beschäftigen. Das ist in meinen Augen auch eine vertretbare Zeit, in der der finanzielle Fokus auf der Geschäftsgründung liegen darf. Nach fünf Jahren muss der Rentenaufbau aber begonnen werden können – sonst läuft meiner Erfahrung nach etwas falsch.

Wenn Sie sich an Ihren Gründungsprozess zurückerinnern: Würden Sie etwas rückgängig machen wollen?

Angela Schmidt: Ich finde, dass ich am Anfang viel zu zögerlich und auch etwas unrealistisch an meine Preisgestaltung herangegangen bin. Das hat dazu geführt, dass ich zu Beginn manchmal sogar ein Minusgeschäft gemacht habe. Das ist natürlich langfristig nicht tragbar. Ihr Nachwuchsgründer da draußen solltet also mutiger und realistisch bei euren Preisen sein!

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