Rürup Rente oder Riester Rente – eine Gegenüberstellung

Was sind die Unterschiede zwischen Rürup Rente und Riester Rente

Für wen eignet sich die Riester- oder die Rürup Rente?

Sowohl die Rürup Rente als auch die Riester Rente gehören zu den staatlich geförderten Vorsorgeprodukten. Dabei unterscheiden sie sich nicht nur in der Förderung, sondern auch in den Zugangsvoraussetzungen. Nicht jeder, der eine Rürup Rente abschließen kann, hat ebenfalls die Chance die Riester Rente abzuschließen. Vornehmlich wurde die Riester Rente für Geringverdiener und Familien eingeführt. Die Rürup Rente hingegen für Selbständige und Gutverdiener.

Rürup- und Riester Rente: Altersvorsorge für jeden?

Für viele Deutsche ist die Rürup Rente eine reine Altersvorsorge für Selbständige und Gutverdiener. Jedoch kann die Basisrente von jedem abgeschlossen werden, der die Möglichkeit hat in der Steuererklärung die Beiträge als Sonderausgaben abzusetzen. Weiterhin gibt es bei der Rürup Rentenversicherung keine Zugangsbeschränkungen, wie zum Beispiel einen Mindestbetrag.

Zugang zur Riester Rente erhalten alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind. Dazu gehören auch rentenversicherungspflichtige Selbständige, Bezieher von Arbeitslosen- und Krankengeld und geringfügig Beschäftigte, die sich nicht von der Versicherungspflicht befreit haben. Daneben werden noch mittelbar zulageberechtigte Personen unterschieden. Auch diese können in den Genuss der Riester Rente kommen, wenn der Ehepartner unmittelbar förderfähig ist.

Ein Beispiel: Die Ehefrau schließt einen Riester Vertrag ab. Sie ist Arbeitnehmerin und damit rentenversicherungspflichtig. So kann auch der Ehepartner, ein Selbständiger, nicht rentenversicherungspflichtiger, einen geförderten Vertrag abschließen.

Gegenüberstellung der staatlichen Förderung bei Riester- und Rürup Rente

Auch bei der Förderung unterscheiden sich die Riester- und die Rürup Rente. Die Rürup Rente wird durch Steuervorteile in der Ansparphase gefördert. Hier liegt der Förderhöchstbetrag bei 23.362 Euro im Jahr für Ledige und 46.724 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare. Im Jahr 2017 können 84 Prozent der Beiträge steuerlich geltend gemacht werden. 2018 sind es bereits 86 Prozent. Dieser Prozentsatz steigt kontinuierlich von Jahr zu Jahr an. Ab 2025 kann dann der volle Beitrag abgesetzt werden. Mehr zu den Rürup Rente Steuern erfahren.

Die Riester Rente hingegen wird durch staatliche Zulagen gefördert. Hier werden die Grundzulage von 154 Euro, die Kinderzulage von 185 Euro bzw. 300 Euro sowie der einmalige Berufseinsteigerbonus von 200 Euro unterschieden. Auch Steuervorteile kann der Sparer erhalten. Hier wird vom Finanzamt die so genannte Günstigerprüfung durchgeführt. Es wird also geschaut, welche Fördermöglichkeit für den Verbraucher sinnvoller und günstiger ist.

Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile – Steuervorteile oder Zulagen?

Welche Variante – ob Riester- oder Rürup Rente – hängt von den individuellen Bedürfnissen des Sparers ab. Am sinnvollsten ist die Gegenüberstellung der Produkte mithilfe eines Versicherungsexperten.

Rürup und Riester Rente unterscheiden sich vor allem bei der Förderung.

Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Riester und Rürup Rente.

Vorteile der Rürup Rente auf einem Blick:

  • Es gibt keinen Mindesteigenbetrag.
  • Die Zahlungen können flexibel, auch Sonder- und Zuzahlungen sind möglich, vorgenommen werden.
  • Hohe Steuervorteile in der Ansparphase
  • Das Kapital ist pfändungs- und insolvenzgeschützt und wird nicht bei der Berechnung von Hartz IV berücksichtigt.

Nachteile der Rürup Rente auf einem Blick:

  • Die Rürup Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. In der Rentenphase müssen also Steuern auf die Leistungen gezahlt werden.
  • Es ist keine Kündigung des Vertrags möglich.
  • Bei Tod des Versicherungsnehmers fällt das Kapital der Versichertengemeinschaft zugute.

Auch bei der Riester Rente gibt es gegenüber der Rürup Rente verschiedene Vor- und Nachteile zu beachten.

Vorteile der Riester Rente auf einen Blick:

  • Staatliche Förderung durch Zulagen
  • Es kann Kapital bei Rentenbeginn entnommen werden.
  • Das Kapital ist vor Privatinsolvenz geschützt und wird bei der Berechnung von Hartz IV nicht berücksichtigt.
  • Für die Auszahlungsphase sind Beiträge samt Zulagen garantiert.

Nachteile der Riester Rente auf einen Blick:

  • Auch die Riester Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung.
  • Verbraucherschützer warnen vor intransparenten und komplexen Verträgen.
  • Hohe Kosten für Abschluss- und Verwaltung.
  • Die Vererbbarkeit des Vertrags ist eingeschränkt. Das Kapital kann nur auf den Vertrag des Ehepartners übertragen werden.

Fazit und Tipps zur Riester- und Rürup Rente

Beide Produkte haben ihre Vor- und Nachteile. Von daher ist es wichtig das richtige Produkt von Anfang an zu wählen. Ohne vorherige Bedarfsanalyse kann keine Entscheidung über die Rürup- oder Riester Rente getroffen werden. Empfehlenswert ist hier die Beratung durch einen Experten. Denn gerade für gutverdienende Ehepaare mit Kindern kann sowohl die Riester- als auch die Rürup Rente in Frage kommen.

Vor einem Abschluss sollte also überlegt werden, welche Nachteile ggfs. in Kauf genommen werden könnten. Gerade bei der Rürup Rente sollte in jedem Fall bedacht werden, dass eine Kündigung ausgeschlossen ist.

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