Rürup Rente in der Kritik

Was ist dran an der Kritik der Rürup Rente?

Rürup Rente Kritik: Was ist wirklich dran?

Mit der Rürup Rente können sich vor allem Selbständige und Freiberufler eine steuerbegünstige Altersvorsorge aufbauen. Im Jahr 2017 können so bereits 84 Prozent der Beiträge zur Rürup Rente steuerlich abgesetzt werden. Doch wie sinnvoll ist der Abschluss einer Basisrente überhaupt? Lohnt sie sich noch im Jahr 2017? Die Verbraucherzentrale Hamburg kommt auf ihrem Internetauftritt zu einem eindeutigen Urteil: „Bloß keinen „Rürup“-Vertrag abschließen!“. Insbesondere für junge Selbständige sei die Rürup Rente nicht zu empfehlen laut der Verbraucherzentrale.

Hohe Abschlusskosten werden kritisch gesehen

Wie auch bei der Riester Rente werden bei der Rürup Rente die hohe Abschlusskosten bemängelt. Im Schnitt betragen sie zirka 4 Prozent der Summe aller Bruttoprämien. Die Verbraucherzentrale Hamburg gibt auf ihrem Internetauftritt dazu ein einfaches Beispiel: Ein 30-Jähriger zahlt bis zum 65. Lebensjahr monatlich 200 Euro in seinen Rürup Vertrag. Dabei summieren sich die Bruttoprämien auf 84.000 Euro. Davon 4 Prozent ergeben 3.360 Euro. Dabei werden die Kosten nicht auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt, sondern sind in den ersten Monaten fällig. So ist der Vertrag die erste zeit im Minus. Erst dann sammelt sich Kapital an.

Kritik an der Rürup Rente – keine Vererbbarkeit und keine Flexibilität

Als Sonderausgaben sind die Beiträge zur Rürup Rente nur absetzbar, wenn der Vertrag bestimmte Einschränkungen und Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört auch, dass die Rürup Rente nicht beleihbar, nicht veräußerbar, nicht vererbbar und nicht verpfändbar ist. (Für Interssierte: Mehr zum Thema Rürup Rente Steuern)

Gerade für Selbständige, die auch Hinterbliebene absichern möchten, ist der fehlende Hinterbliebenenschutz von extremer Wichtigkeit. Denn stirbt der Versicherungsnehmer während der Anspar- oder Rentenphase fällt das bis dahin angesparte Kapital der Versichertengemeinschaft zugute. Die meisten Versicherer bieten jedoch auch Zusatzversicherungen an, die abgeschlossen werden können, um Hinterbliebene abzusichern. Dies ist jedoch häufig mit Zusatzkosten verbunden.

Verbraucher, die einmal eine Rürup Rente abschließen, binden sich ein Leben lang an den Vertrag. Denn nach der gesetzlichen Widerrufsfrist ist eine Kündigung ausgeschlossen. Ebenso ist die Auszahlung eines Rückkaufswertes ausgeschlossen. Wer seine Rürup Rente nicht weiter besparen möchte, hat so nur die Möglichkeit einer Beitragsfreistellung.

Nachgelagerte Besteuerung bei der Rürup Rente – Hauptkritikpunkt

Die Rürup Rente unterliegt, wie die auch Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der nachgelagerten Besteuerung. In der Ansparphase können in 2017 84 Prozent der Beiträge als Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Wer 2017 die Leistungen seiner Rürup Rente ausgezahlt bekommt, muss diese zu 74 Prozent versteuern. Dieses Prozedere nennt sich nachgelagerte Besteuerung. In der Ansparphase erhält der Sparer Steuervorteile, in der Rentenphase müssen Steuern gezahlt werden. Ab dem Jahr 2040 müssen auf hundert Prozent der Leistungen Steuern entrichtet werden.

Fazit: Kritik an der Rürup Rente berechtigt?

Jeder Verbraucher muss vorab selbst entscheiden, ob die Rürup Rente als Altersvorsorge in Frage kommt. Wie alle anderen Produkte hat die Basisrente auch mit Nachteile und Kritik zu kämpfen. Weitere Vor- und Nachteile gibt es hier nochmal im Überblick.

Vor dem Abschluss sollten sich Sparer daher über folgende Punkte im Klaren sein:

  • Möchte ich auch Hinterbliebene absichern?
  • Möchte ich mich ein Leben lang an ein Versicherungsunternehmen binden?
  • Lege ich Wert auf einen Rückkaufswert?

Anhand dieser 3 Hauptfragen kann die Rürup Rente bereits aus der engeren Wahl rutschen. Daher rät auch die Verbraucherzentrale Hamburg, sich objektiv und ausgiebig beraten zu lassen und zu überlegen, welche Nachteile/Kritik für den Sparer persönlich am schwersten wiegt.

Weitere Informationen zur Kritik an der Rürup Rente gibt es bei der Verbraucherzentrale Hamburg nachzulesen.